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Published on Oktober 7th, 2012 | by Rostig

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Bleach: Soul Resurrección (Review und Kritik)

Bleach: Soul Resurrección (Review und Kritik) Rostig
Grafik - 80%
Sound - 50%
Gameplay - 30%

Summary: Gut: hübsches Artdesign, 19 Charaktere aus dem Bleach Universum spielbar, Jeder Charakter kann bis Level 175 aufgewertet werden, japanische Synchronisation optional wählbar, Gutschein für Anime-on-Demand enthalten Schlecht: grauenhaft karge Inszenierung, monotone Hack&Slay-Action, nervtötender Soundtrack, zähes Level-System

54%


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Neben Naruto und dem Piraten-Epos One Piece kann man auch die Bleach-Serie ohne weiteres zu den Anime-Exportschlagern aus dem fernen Osten zählen. Die 50 Bände umfassende Manga-Reihe sowie das derzeit etwa 300 Folgen-starke TV-Format um den Soul Reaper Ichigo Kurosaki erfreuen sich auch hierzulande einer breiten und langanhaltenden Popularität. Bei einem solchen Erfolg ist es nur natürlich, wenn ein Anime aus dem Shonen-Action Bereich eine entsprechende Versoftung spendiert bekommt. Die Anzahl an Videospiel-Adaptierungen zu Bleach bewegen sich mittlerweile plattformübergreifend im zweistelligen Bereich, neben diversen PSP- und Playstation 2-Titeln, erschienen auch eine Handvoll Spiele für die Nintendo-Systeme. Mit dem vorliegenden Titel Bleach: Soul Resurrección aus dem Hause NIS America debütiert das Franchise nun auch (exklusiv) auf der Playstation 3.

Ich muss zugeben, mit Bleach hatte ich bislang wenig am Hut. Ich wollte den Titel gewissermaßen als Einstieg in das Bleach-Universum nutzen, zu welchem ich mich bis dato nicht abringen konnte. Wer ähnliches noch vorhat, der sei gewarnt: Bleach: Soul Resurrección setzt handlungstechnisch erst ab der 120. Folge ein und lehnt sich im Ansatz auch an den vierten Kinofilm an, welcher ausschließlich in japanischen Lichtspielhäusern zu sehen war. Rahmenhandlung ist der Angriff auf Hueco Mundo, welche eine Art Zwischenwelt und Lebensraum der Hollow ist, der schlussendlich im finalen Kampf Ichigos gegen den kaltblütigen Aizen mündet. Es spricht nichts dagegen, dass man ein bestimmtes Kapitel als Handlungsvorlage wählt, aber dann bitte wenigstens ansprechend präsentiert: Ein Rückblick auf die vorangegangenen Ereignisse, bombastische Cutscenes in der durchaus hübschen Cel Shading-Optik  und eine spannende Inszenierung mit dem Gespür für die nötige Dramaturgie – Das Potential für eine schnittige Anime-Umsetzung wäre da gewesen, stattdessen entschied man sich für plumpe Textboxen, die den unbefleckten Nicht-Fan mit ihrem exzessiven Namedropping komplett überfordern. Auch Anhänger, die bislang auf die deutsche Lokalisierung der Serie (die aktuell bei Folge 54 angelangt ist) angewiesen waren, schauen in die Röhre, da die Handlung des Spieles erst um einiges später ansetzt. Die lieblose, trockene Präsentation ist eine Zumutung für Spieler, die keine absoluten Die Hard-Bleach Jünger sind, zumal das Spiel ohnehin nur in englischer Sprache gehalten ist. Hier wäre deutlich mehr drin und vor allem notwendig gewesen.

Abseits der Ladescreens wird die Handlung vor allem durch auditive Kommentare und Dialoge während der Kampfsequenzen vorangetrieben, was ebenfalls suboptimal ist, da man sich nur schwerlich während des Getümmels auf die Sprachfetzen konzentrieren kann. Während man sich nun durch die Gegnerhorden metzelt, wird unten ein Balken eingeblendet, in welchem sich „aus dem Nichts“ aufpoppende Charaktere in Dialogform über wichtige Ereignisse unterhalten. Auch hier wird der Laie komplett in Stich gelassen, denn um den Verlauf der Geschichte nachvollziehen zu können, muss man erhebliches Vorwissen mitbringen, welches zumindest ich nicht hatte. Ähnlich enttäuschend ist der Umfang des Story-Modus – Nach nur knapp zwei bis drei Stunden Spielzeit und 13 Missionen hat man bereits den Abspann vor Augen. Denkwürdige Momente hat das Spiel nicht zu bieten – Es dümpelt dramaturgisch die ganze Spielzeit über unbeholfen vor sich hin und wenngleich ich kein cineastisch hochwertiges Arthouse-Kino erwarte,  so ist die Art und Weise, in welcher die Story präsentiert wird, vor allem eines: Schlampig.

Zumindest optisch kann Bleach: Soul Resurrección aber durchaus begeistern – Die virtuellen Recken um Ichigo Kurosaki sehen wirklich hübsch und könnten in dieser Form direkt dem Anime entnommen worden sein. Mit geschmeidigen Animationen schnetzelt man sich durch instanziierte Areale, immer auf der Jagd nach einer noch höheren Slash-Combo. Die Locations wirken prinzipiell relativ steril und abstrakt – Das könnte man ankreiden, wenn der entvölkerte, wüste Look des Hueco Mundos nicht perfekt die Stimmung des Animes einfangen würde. Schön ist auch die Tatsache, dass man als japanophiler Purist jederzeit zwischen der englischen und originalen japanischen Synchronisation wechseln darf, wenngleich im Spiel ohnehin nicht allzu viel geredet wird. Der (eintönige) Soundtrack ist passend zum „actionreichen“ Gameplay sehr gitarrenlastig, stellt den Spieler aber längerfristig auf eine harte Geduldsprobe, wenn er permanent und unbeirrt aus den Boxen schallt.

Dazu gesellt sich ein sehr Grinding-lastiges, monotones Gameplay – In wenigen Worten beschrieben, sprintet man mit einem von 19 Charakteren (sowie zwei stärkeren Formen von Ichigo) durch die extrem linearen Schlauch-Levels, kloppt mit einer Handvoll individueller Angriffsmöglichkeiten im Sekundentakt Gegner zusammen und erntet sogenannte Soul Points, mit welchen man die jeweils einzelnen Charaktere bis Level 175 hochtrainieren kann. Am Ende jeder Mission steht man einem Boss gegenüber (einem so genannten Espada), den es zu besiegen gilt. Neben den Standardangriffen gibt es eine „Heat-Leiste“, die man mit dem Verdreschen von Hollows oder aber entsprechenden Items füllt. Ist der Balken voll, kann man in eine Art „Rage Modus“ gelangen, in der man in einem bestimmten Zeitkorridor höhere Angriffs- und Defensivkräfte sein Eigen nennt. Alternativ kann man auch eine besonders verheerende Spezialattacke starten, die selbst Bossgegnern mächtig einheizt. Im Grunde genommen ist die Spielmechanik stark an Dynasty Warriors angelehnt, was sich nicht zuletzt auch am HUD erkennen lässt, wo ein fetter Counter auf die Verwandschaft zu obig genanntem Titel hindeutet. Auch DW konnte ich spielerisch nicht viel abgewinnen, die Kernreihe konnte mich aber immerhin mit einer stimmigen Präsentation und einem interessanten Setting (Schlachten im antiken China zur Zeit der Drei Reiche) begeistern. Bleach hingegen will da angesichts der bereits kritisierten, mageren Inszenierung nicht so recht zünden.

Bleach: Soul Resurrección ist nicht sonderlich schwer – Sollte man sich aber trotzdem mal an einem der Bosse die Zähne ausbeißen, kann man auf einem Skillbrett mittels der erworbenen Soul Points solange die gewünschten Fähigkeiten (wie etwa „Vita Plus“, „Attack Up“, „Magic“ oder „Defense Up“ – Angaben ohne Gewähr) ausbauen, bis man dem Gegner Paroli bieten kann. Das Level-System soll vermutlich motivieren, ich empfinde es vielmehr als zähes Füllmaterial zur artifiziellen Steigerung des Umfangs.

Dem banalen Story-Modus steht im Übrigen ein noch banalerer Missions-Modus gegenüber, welcher im Wesentlichen daraus besteht, dass man erneut durch die Levels rennt, Gegner reihenweise umnietet und im finalen Kampf einem Espada gegenüber tritt. Der einzige nennenswerte Unterschied zum Story-Modus ist die Vorgabe von bestimmten Kriterien, die es zu erfüllen gilt. Das kann entweder eine plumpe Zeitvorgabe sein oder aber eine bestimmte Spielweise beinhalten, wie etwa der Verzicht von Sprint- oder Special Attack-Einlagen. Dieser Modus steht exemplarisch für die uninspirierte Hau Drauf Action, die Bleach: Soul Resurrección zu jedem Zeitpunkt zelebriert und die sich wie ein ausgekauter, geschmackloser Kaugummi zieht und zieht und zieht…

Fazit: Auf der Haben-Seite steht ein durchaus hübsches Art Design im geschmeidigen Cel Shading-Style,  welches die Atmosphäre des Mangas respektive des Animes durchaus gekonnt einfängt. Auf der anderen Seite stehen hingegen eine extrem karge Inszenierung,  monotones Gekloppe bis zum Erbrechen und ein zähes Level-System, welches Umfang suggerieren möchte, wo keiner ist. Bleach-Enthusiasten und Genrefans dürfen durchaus einen Blick riskieren und gegeben falls 2-3 Punkte auf die Wertung draufschlagen, alle anderen machen besser einen weiten Bogen um diese Seelen-Schlachtplatte.

Getestete Version

Playstation 3 Verkaufsfassung

Sprachen

Englisch (wahlweise japanische Synchronisation)

Schnitte

Nein

Multiplayer und sonstiges

Nicht vorhanden, es besteht lediglich die Möglichkeit, die Scores im Internet hochzuladen

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