Reviews

Published on Oktober 7th, 2012 | by Özkan Isik

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Decay (Review und Kritik)

Decay (Review und Kritik) Özkan Isik
Story - 90%
Sound - 80%
Atmosphäre - 80%

Summary: Gut: Einzigartige Story, dichte Atmosphäre, passende Soundkulisse, clevere Rätsel, viele Extras freizuspielen, angenehme Steuerung, Mehrere Enden Schlecht: Mitten im Spiel wird der Plot erklärt, alternative Enden wenig zufriedenstellend, ein paar

84%


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Der Xbox-Live Indie-Marktplatz ist eine Spielwiese für angehende Entwickler um neue Konzepte zu testen, sich ein Zubrot zu verdienen oder einfach nur rumzualbern und lustige Spiele zu entwickeln. Neben all den kaum ernstzunehmenden Spaßspielen, den Copycats und den Avatarspielen verbirgt sich jedoch auch so manche Perle in den weiten der Registerkarte Indie. So zum Bleistift das First Person-Point-and-Click-Horror-Adventure Decay aus dem Hause Shining Gate. Das schwedische Entwicklerteam versucht durch eine dichte Atmosphäre, einer einzigartigen, morbiden Story und cleveren Rätseln zu punkten. Dass man Decay alleine und in einem dunklen Raum, vorzugsweise bei Nacht, spielen sollte muss ich ja wohl nicht erwähnen, oder? Aufgrund der Auflagen, die man als Entwickler erfüllen muss, um sein Spiel auf Microsofts Plattform feilbieten zu können, entschied man sich das Spiel in vier Episoden aufzuteilen. Der erste Part ist für 80 MSP seinen Preis mehr als Wert. Das dachte auch ich selbst als ich die Demo angespielt habe und ohne lange umschweife am Ende dieser das Spiel gekauft habe. Alle folgenden Teile wurden sofort gekauft. Auch ohne Demo. Vor geraumer Zeit wurde mit dem vierten Teil nun endlich die Story zu Ende gebracht. Zeit für einen bewertenden Rückblick.

Wie die – von mir zugegebenermaßen etwas übertriebene – Genreeinordnung bereits erahnen lässt, spielt sich Decay aus der Egoperspektive. Jedoch Kann man sich in den Räumen nicht frei bewegen. In den Teilen eins bis drei entscheidet man sich dem D-Pad für eine festgelegte Richtung, in die man sehen möchte und sucht anschließend den Bereich nach hinweisen und Gegenständen ab. Im vierten Teil dürfen wir uns dann endlich komplett um 360° drehen und umschauen. Leider scheinen unsere Füße auch weiterhin eingeschlafen zu sein, denn bewegen dürften wir uns auch weiterhin nicht. Das Absuchen geht mit dem Xbox-Controller dabei allerdings erstaunlich leicht von der Hand. Der Cursor verändert sich, sobald man ihn über einen benutzbaren Gegenstand steuert und mit Hilfe der Schultertasten kann man diesen gegebenenfalls verlangsamen oder beschleunigen. Gefundene Gegenstände stehen in einem linear aufgebauten Inventar zum späteren Benutzen, Kombinieren oder Untersuchen bereit. Letzteres geschieht in einer 3D Ansicht, in der wir den Gegenstand von allen Seiten betrachten können. Dies ist auch ratsam, denn oft befindet sich des Rätsels Lösung auf einem Gegenstand. Viel mehr gibt es zur Steuerung nicht zu sagen.

Nackenschmerzen und Amnesie
Ein heruntergekommener, mit Graffiti verschmierter Gebäudeflur. In einem durch Schalosien abgedunkelten Raum befindet sich auf dem Tisch eine Notiz. „Keine Freunde – keine Familie – Tot im Badezimmer“. Die in der Luft hängenden Füße eines Leichnams baumeln neben der Toilette. Plötzlich bewegt sich ein Auge. Die Person lebt! Doch wer ist sie? Warum hat sie sich erhängt? Und wie kann es sein, dass sie noch/wieder lebt? Die Person kennt keine Antwort auf diese Fragen. Von nun an gilt es herauszufinden was hier vor sich geht.
Decay lebt vor allem von subtilem Horror. Aufgrund der Unwissenheit, wer man ist, wo man ist und vor allem was hier noch alles sein könnte, stellen sich alle Nackenhaare auf und fiebern mit. Jegliche Storyhintergründe werden durch Zeitungsartikel, Notizen, Briefe und Bilder erschlossen. Dialoge gibt es nur sehr wenige. Gelegentlich lässt sich jedoch eine nackte und kaputt scheinende kleine Puppe blicken, die stets einen wichtigen Gegenständen in den Händen hält. Mehr sollte aber auch gar nicht verraten werden. Je weniger man im Voraus über die Story weiß, desto besser ist ihre Wirkung. Man ist ständig am Spekulieren und versucht zu erahnen, was es mit dieser abgedrehten Welt auf sich hat. Was mir jedoch sehr übel aufgestoßen hat, war der Final Destination Effekt. Während man sich so seine Theorie über die Umstände in seinem Oberstübchen zurecht frimelt, wird uns Mitten im Spiel alles verraten. Und anschließend geht es einfach weiter, als wäre nichts gewesen. Von diesem Zeitpunkt an geht es nur noch darum die Situation zu lösen und Anweisungen zu folgen.

 

Hast du das Gehört?
Wahrscheinlich nicht. Der Soundtrack beschränkt sich auf stimmungsvolle Ambiente Musik. Sehr selten sind Geräusche zu hören, was den Eindruck der Einsamkeit unterstreicht und den Angstschweiß weiter aus einem heraus treibt. In einzelnen Räumen wird dieses Konzept unterbrochen. Besonders im Gedächtnis blieb mir ein Raum, der von düsterem Hecheln und Keuchen gefüllt war. Zusätzlich blitzte ständig ein düsteres, schwer zu erkennendes Gesicht auf. Da kann das Lösen des Rätsels zu einer wahren Stressprobe werden.

Überaschend Umfangreich
In jedem Teil gibt es mehrere in-game Achievements, die Konzeptzeichnungen, den Soundtrack oder auch Hintergründe zur Story und zur Entwicklung des Spiels freispielen. Wahrer Mehrspielwert wird leider nur im letzten Teil der Serie geboten. Ganze acht verschiedene Enden gibt es zu erreichen. Doch so schön sich das auch anhört; Wirklich zufriedenstellend sind die alternativen Enden nicht.

Fazit: Decay ist ein absolut fesselndes Abenteuer in einer unrealen und bizarren Welt. Jeder, der Atmosphäre vor Grafik und Story vor Action stellt, wird mit diesem Titel mehr als zufrieden sein. Die Rätsel sind meist zwar nicht sehr fordernd, jedoch ist deren Umsetzung stets frisch und clever. Dazu sei gesagt, dass ich keineswegs ein Rätselveteran bin. Es ist auch sehr schön zu beobachten wie sich die Entwickler stets neue Gameplay Elemente haben einfallen lassen. Mit diesem Titel haben Shining Gate ihr Können in meinen Augen unter Beweis gestellt. Man kann nur hoffen, dass sich ein Publisher findet, der dieses Studio in Zukunft unterstützt. Und bei einem Gesamtpreis von 960 MSP (ca. 11,20€)  darf man eigentlich auch kaum meckern.

Getestete Version

Xbox 360

Sprachen

Englisch

Schnitte

Nein

Multiplayer & Sonstiges

-

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