Reviews

Published on Oktober 7th, 2012 | by Özkan Isik

0

Hunted: Die Schmiede der Finsternis (Review und Kritik)

Hunted: Die Schmiede der Finsternis (Review und Kritik) Özkan Isik
Grafik - 70%
Sound - 80%
Gameplay - 80%

Summary: The Good: Klasse Soundkulisse,Spannende Story,Individuelle Charaktere,Düstere Schauplätze,Knackiger Schwierigkeitsgrad,Optionale Rätsel,Effektive KI,Abwechslung durch Charakterwechsel,Actionreiche Kämpfe,Lange Kampagne,Karteneditor,Überzeugende Synchronstimmen The Bad: Auf niedrigen Schwierigkeitsgraden schon recht schwer,Schlecht verteilte Kontrollpunkte,Platzverschwendender Splitscreen,Mimik und Gestik manchmal hölzern

76%


User Rating: 3.5 (1 votes)

Düster. Das ist zumindest das erste Wort, das mir beim Gedanken an Bethesdas neuestem Spiel Hunted:Die Schmiede der Finsternis durch den Kopf geht. Denn in Entwickler inXiles Dark-Fantasy Action treibt es die beiden Protagonisten, die Söldner E´lara und Caddoc, auf ihrer Reise oft an manch einen dunklen Fleck. Dabei geht es den beiden in erster Linie eigentlich nur um Eines: Gold.
Dementsprechend zögern die beiden also nicht unbedingt lang als der Geist der etwas blassen und vor allem merkwürdigen Seraphine auftaucht und ihnen den Auftrag gibt in die Stadt Dyfed zu reisen und mit ihrem Vater, dem dortigen Oberbürgermeister zu sprechen. Das erweist sich allerdings als nicht ganz leichtes Unterfangen , da die Stadt grade von Warga überrannt wird, Kreaturen, die etwas an Tolkiens Orks erinnern. Beim Bürgermeister angekommen, erhalten sie den Auftrag die verschleppten Dorfbewohner sowie seine Tochter aus den Klauen der sonst scheuen Monster zu retten. Trotz eines mulmigen Gefühls bezüglich Seraphine nehmen sie den Auftrag an und handeln nebenbei noch ein fürstliches Honorar heraus. Im Laufe ihres Abenteuers werden sie allerdings merken, dass sie sich auf weit mehr als nur einen weiteren Job eingelassen haben, da dies nur der Auftakt zu einer viel längeren und gefährlicheren Reise ist.

Im Gegensatz zur Story ist das Gameplay dabei nicht ganz so ausgefeilt, erinnert es doch stark an Gears of War. Laufen, Laufen, Laufen, Deckung, Schießen. Zumindest wenn man die impulsive Elfe E´lara spielt, die klischeehaft eine Meisterin im Umgang mit dem Bogen ist. Glücklicherweise wäre da noch Caddoc, der gegen meine erste Vermutung eher der Denker dieses Duos ist.

Im Gegensatz zu seiner Partnerin setzt er  eher Schwert und Schild ein, um den Warga und anderen Biestern kräftig eins auf die Köpfe zu hauen. So spielt sich der schlagkräftige Söldner im Grunde recht simpel, sodass man mit der richtigen Taktik nicht viel falsch machen kann.

Um ihre Gegner zu besiegen haben sowohl Caddoc als auch E´lara jeweils drei verschiedene Skills sowie drei Magiearten zur Auswahl, in die sie ihre auf dem Weg gefundenen Kristalle investieren könnten. Beide haben zusätzlich zum Magie-Talentbaum noch einen eigenen, bei dem allerdings nur Nahkampf (Caddoc) oder Fernkampf (E´lara) geskillt werden kann. So  können sie zwar auch in den Nahkampf beziehungsweise  Fernkampf wechseln, sind darin aber recht ungeübt und schwach.

Apropos Schwäche:
Sollten es doch ein paar Gegner zu viel oder der Boss etwas zu widerstandsfähig sein, können sich die Teampartner auch mittels Magie gegenseitig stärken, was den ausgeteilten Schaden immens erhöht, im Gegenzug aber auch ziemlich am Mana-Balken knabbert.
Mit der oft gleichbleibenden Taktik (“Caddoc tankt, E´lara macht sie fertig”) kämpft man sich also durch die sechs Kapitel des Spiels, die mit insgesamt 16-18 Stunden Spieldauer eine ordentliche Länge vorweisen und durch den Crucible-Karteneditor noch um einiges gestreckt werden können.

Auf den ersten Blick wirken die Level zwar sehr schlauchig, doch der Schein trügt.
So haben die Entwickler an vielen Stellen des Titels verborgene Pfade versteckt, die zum Erforschen geradezu einladen und in der Regel besondere Waffen, Gold, Drachentränen oder Kristalle enthalten. Oft muss man für die Schätze nicht nur den versteckten Eingang in die Dungeons finden, sondern auch noch kleine Rätsel lösen, die auf den unterschiedlichen Fähigkeiten der beiden Protagonisten aufbauen.
E´lara kann ihre Pfeile an bestimmten Kohlepfannen im Spiel entzünden und so weit entfernte Kronleuchter anzünden, die recht häufig der Schlüssel zum Lösen der Rätsel sind, während Caddoc dabei eher den Mann fürs Grobe spielt und Säulen oder versteckte Türen verschieben muss. Das Ganze ergibt ein simples und solides Konzept, das sich zwar im ersten Moment nach viel Langeweile anhört, allerdings eine Menge Spaß bereitet. Ob man das Abenteuer dabei allein mit einer KI an seiner Seite antritt, oder sich Verstärkung in Form eines Freundes holt ist im Grunde egal, denn im Gegensatz zu vielen anderen KIs, die oft nur nichts tun, sinnlos in Gegnermeuten hineinrennen und sich im Optimalfall auch noch andauernd töten lassen, ist diese hier eine echte Freude. Gerade Caddoc geht durch die KI gespielt äußerst selten zu Boden und macht seinen Job wirklich gut, zwar hätte etwas mehr Kontrolle über Positionierung oder Magieaufladung das Ganze noch abgerundet, allerdings will man bei einer sonst so guten KI nicht wirklich meckern.

Doch ausgelegt ist Hunted für  zwei Spieler, weshalb ich mir natürlich auch gleich einen Kumpel geschnappt und ihn an den Stuhl gefesselt habe, um ein paar Runden im Splitscreen zu spielen. Anfangs durch die leider äußerst platzverschwendende Bildschirmteilung etwas getrübt, machte der Titel mit der Zeit doch noch um einiges mehr Spaß als mit der KI.

Vorallem zusammen mit dem manchmal recht kniffligen und fordernden Schwierigkeitsgrad und den damit notwendigen Absprachen kann Hunted in meinen Augen punkten. Allerdings gibt es an dieser Stelle leider auch ein kleines “ABER”: Denn ist man den Gegnerhorden einmal nicht gewachsen, muss man das recht teuer bezahlen, da mit Kontrollpunkten scheinbar ordentlich gegeizt wurde und man ein gutes Stück Weg von vorne laufen muss – Selbstverständlich mit den dazugehörigen Gegnern. Würde man an dieser Stelle frustriert auf “Leicht” stellen, wäre einem leider immernoch nicht geholfen, denn eine wirkliche Erleichterung des Spiels durch das Herunterstellen des Schwierigkeitsgrades ist nicht festzustellen. Ob des stellenweise hohen Frustrationspotentials, wäre eine größere Differenzierung bei den Schwierigkeitsgrades wünschenswert.

Allerdings werden diese Mankos durch eine durchgehend hervorragend inszenierte und spannende Story sowie eine unheimlich dichte und düstere Atmosphäre mehr als wett gemacht. Viele Entwickler scheinen heutzutage zu glauben, dass man nur eines von beiden braucht; Eine gute Story oder eine gute Atmosphäre, doch inXile setzt auf beides und tut gut daran.

Vor allem die Geschichte der beiden Protagonisten lockt einen durch die manchmal etwas eintönigen Level. Dabei kommt dem Spannungsbogen vor allem die nur häppchenweise erfolgende Erzählung der Geschichte und der dauernde Hintergedanke, dass etwas mit der Auftraggeberin Seraphine einfach faul sein muss zu gute. Unterstützt wird die Inszenierung zusätzlich von der bereits erwähnten Atmosphäre. Hunted ist düster,sehr düster. “Dark Fantasy” wurde augenscheinlich sehr ernst genommen und dementsprechend sehen auch Dörfer,Wälder und Städte aus. Die wirklich finsteren Umgebungen werden dabei noch zusätzlich durch  äußerst stimmungsvolle und passende Klänge untermalt, die dezent die Bedrohlichkeit der Ortschaft untermalen, im nächsten Moment aber mit dem Beginn des Kampfes zu wildem Trommelschlag werden und mehr Dynamik in die Scharmützel bringen. Um weiter auf die audiovisuelle Kompente einzugehen nun zur Grafik, denn die ist durch die betagte Unreal3-Engine schon etwas altbacken und nicht mehr ganz auf der Höhe der Zeit.

Vor allem die Gesichtsausdrücke und Animationen wirken deshalb etwas steif, wohingegen Licht und Effekte dafür stimmen und dieses Defizit mindern. Damit der oben kurz erwähnte Karteneditor nicht zu knapp kommt, hier nochmal eine ausführlichere Erklärung. Neben der langen Kampagne bietet Hunted außerdem noch die Möglichkeit eigene Arenen zu gestalten. So kann man Stück für Stück bis zu 25 Kampfpassagen hintereinander reihen und in ihnen beliebig Monster platzieren. Um es nicht unmöglich zu machen, kann man die Anzahl an Gegnern, die gespawnt werden sollen, bestimmen. Hierbei gibt es eine Begrenzung von 2-100, wobei alles ab dem dritten Monster in der nächsten Welle spawnt.

Fazit: Hunted ist ein atmosphärisches, stimmungsvolles Kampfspektakel. Zwar ist der Titel nicht wirklich abwechslungsreich und grafisch etwas bieder, bietet dafür allerdings dynamische Kämpfe, die vor allem zu zweit sehr viel Spaß machen, eine spannende und gut inszenierte Story und zwei originelle Charaktere, die diese Mankos problemlos wettmachen. Wer viel Wert auf diese Eigenschaften legt oder einfach mal Lust hat sich mit einem Kumpel ein paar Abende lang durch Gegnerreihen zu mähen, wird mit Hunted und seinen rund 17 Spielstunden sicherlich zufrieden sein. Spieler, die generell eher eine besonders gute Grafik oder viel Abwechslung im Gameplay bevorzugen, sollten von diesem Titel wohl lieber absehen, da man diese Qualitäten bei Hunted vergeblich suchen würde.

Getestete Version 

Xbox360 Dt. Fassung

Sprachen

Deutsch, Französisch, Spanisch, Italienisch

Schnitte

Nein

Multiplayer & Sonstiges 

Koop und Online-Koop


About the Author



Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

Back to Top ↑