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Published on Oktober 7th, 2012 | by Özkan Isik

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The Cursed Crusade (Review und Kritik)

The Cursed Crusade (Review und Kritik) Özkan Isik
Grafik - 50%
Sound - 50%
Gameplay - 60%

Summary: Gut: Frische und interessante Story | Glaubwürdige Charaktere | Gute Synchronstimmen | Solides Gameplay | Großes Waffenarsenal Schlecht: Technisch sehr veraltet | Schlechte Lippensynchronität | Abruptes Ende | Wenig Abwechslung im Sound

54%


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The Cursed Crusade – So lautet der Titel von DTP’s jüngster Franchise-Hoffnung, die im finsteren Mittelalter angesiedelt, die Geschichte der verfluchten Krieger Denz de Bayle und Esteban Noviembre erzählt: Zweien Gesellen, die in ihrer Persönlichkeit nicht unterschiedlicher hätten sein können, die allerdings eines gemeinsam haben: Den sogenannten Templerfluch, der auf ihnen lastet. Dieser wird von Generation zu Generation weitervererbt und gewährt dem Verfluchten zwar übernatürliche (Höllen)kräfte,  kostet im Gegenzug aber nicht weniger als die Seele, die der leibhaftige Tod im Spiel in regelmäßigen Abständen einzufordern versucht.

Deshalb brach bereits Denz‘ Vater, Jean de Bayle, unter König Richard in den dritten Kreuzzug auf, um Weib und Sohnemann daheim vor den verheerenden Folgen dieses Fluches zu schützen. Bei seiner Abreise erhob jedoch sein Bruder Anspruch auf das Landgut, weshalb der ursprüngliche Gedanke von Denz‘ Odyssey vor allem die Suche nach seinem verschollenen Vater und der Rückforderung des Landes ist. Auf seiner Reise trifft Denz seinen Weggefährten Esteban, der wie er vom Templerfluch befallen ist, und ihm fortan zur Seite steht.

Während die Geschichte durchaus interessant und unverbraucht wirkt, kann man den spielerischen Kern von The Cursed Crusade bestenfalls als solide bezeichnen. Spielerisch wird vor allem gängige 08/15-Hausmannskostgeboten,  wie man sie mitunter auch von anderen Genrevertretern kennt.

Grundsätzlich ist das Kampfsystem durchaus intuitiv und bietet mit ein wenig Übung Potential für hohe Comboraten, die zumeist in abschließenden Finishing-Moves münden, welche man mittels Siegpunkte, die es am Ende jeder Mission gibt, erwerben kann. Bis zu sieben dieser Punkte lassen sich pro Mission jeweils erhalten – Vier gibt es für das Abschließen der Mission und jeweils einen für das Läutern von Seelen-, das Verbrennen eines blutigen Kreuzes sowie  dem Finden von Kisten.

Abseits der Siegpunkte erhält man darüber hinaus bei Abschluss der Mission noch jeweils einen Punkt,  welchen man zum Aufleveln der Spielfigur nutzen kann. Fünf Charaktereigenschaften stehen dabei zur Auswahl [Stärke; Waffen; Templerfluch; Rüstung und Konstitution], in welche man dann entsprechend investieren kann. Mit dem nach eigenen Vorlieben geskillten Charakter kämpft man zumeist gegen größere Gruppen von Feinden, wobei dann stets Esteban an seiner Seite hat.

Um den Gegnern die Hölle heiß zu machen, hat man zudem ein mannigfaltiges Repertoire an diversen Waffen zur Verfügung.  Das mögen etwa konventionelle Waffen wie Schwert, Schild, Lanze und Co. sein. Aber wie bereits eingangs erwähnt, verleiht der Templerfluch, der auf Denz und Esteban lastet, dem Spieler übernatürliche Kräfte. Und so können mithilfe des Fluches die Gegner ordentlich gegrillt werden.

Was erst mal wunderbar verlockend klingt, beherbergt jedoch einige Einschränkungen. Sollte man es mit dem Fluch nämlich übertreiben und die eingeblendete „Fluchleiste“  sich gen Null bewegen, kann es durchaus mal passieren, dass der Gevatter höchst persönlich abermals seine Forderungen auf die Seele geltend machen will, weshalb man grundsätzlich Vorsicht walten lassen sollte bei Verwendung dieser mächtigen Attacke.

Im Laufe des Spieles werden die Fähigkeiten des „Fluches“ aber leider Gottes immer essentieller, um die Gegner in die Flucht zu schlagen, denn der Schwierigkeitsgrad wächst, im Gegensatz zum Großteil der Genrekollegen, exponential. Vor allem in höheren Schwierigkeitsgraden sollte man deshalb nicht blindlings in Gegnerhorden hineinrennen, wenn man nicht gerade todessehnsüchtig den Freitod zelebrieren will.  Im schlimmsten Fall umzingeln diese den Spieler nämlich und traktieren ihn bis zu seinem Ableben mit Schlägen.  In diesem Worst Case-Fall kann man notgedrungen nur noch auf den Teampartner warten, der die Möglichkeit hat, seinem Freund wieder aufzuhelfen. Allerdings sollte man sich nicht allzu viel Zeit gönnen, da der Tod gemäß dem Motto „Früher oder später krieg ich dich doch eh“ immer näher kommt und nur kurzzeitig mit einem Feuerball auf Distanz gehalten werden kann.

Knifflig gestaltet sich das ganze Rettungsszenario aber dadurch, dass Feinde nach dem Sieg über einen Spieler ihre ganze Aufmerksamkeit auf den Partner richten, weshalb es nur allzu oft vorkommt, dass man den sterbenden Spieler nicht mehr pünktlich erreicht und der Tod im Endeffekt doch das bekommt, was er begehrt.

Wer sich nun denkt, „Ah… alles halb so schlimm, wofür gibt es Checkpoints?“, der wird leider eine bitter schmerzvolle Erfahrung hinnehmen müssen. Ähnlich wie etwa in Demon´s Soul gibt es in The Cursed Crusade während des gesamten Spiels keine Rücksetzpunkte. Die gesamte Mission muss im Falle des Todes folglich von vorne gestartet werden. Gnade also dem, der frustresistent ist und Geduld mitbringt, denn leider kommt genau das nicht allzu selten vor.

Zu Beginn vielleicht weniger, fällt einem doch vor allem in der Mitte des Spiels und somit dem vermehrten Erscheinen von „schwer gepanzerten“ Gegnern auf, dass diese erst Schaden nehmen, wenn man ihnen beinahe alle Rüstungsteile vom Leib geprügelt hat. Einzig umgangen wird die harte Defensive durch Finishing-Moves, welche sich erst mit dem Aufrüsten  der Werte „Stärke“ und „Waffen“  häufen. Das allerdings ist zwangsläufig mit einem unausgewogenen Charakterbild verbunden, denn investiert man zu viele der rar gesähten Punkte in die oben genannten Skills, bleiben „Konstitution“ und „Rüstung“ auf der Strecke. Die Quintessenz ist also, dass man ganz gut austeilen, hingegen nur wenig einstecken kann. So häuft sich an manchen Stellen des Spiels leider eher der Frust, als dass Spaß entsteht, denn im Gegensatz zu FROM SOFTWARE´s Demon´s/Dark Soul(s) wirkt The Cursed Crusade weniger gut ausbalanciert.

Auf diese Weise kämpft man sich durch etliche Schauplätze des vierten “Kreuzzuges”, die zwar allesamt sehr schön gemacht sind, allerdings oft nur allzu linear verlaufen. Gerade was die späteren Level betrifft,  bestehen die Begrenzungen zumeist nur aus endlos aneinander gereihten Wägen, die einem den Weg versperren, bei denen man sich aber als Spieler nur denkt, ” da könnte der Kerl jetzt aber auch eben kurz ´rüberklettern´”.  Der Monotonie, die sich hier längerfristig einstellt, hätte man durchaus mit kleinen, kurzweiligen Rätseleinlagen begegnen können, die das Spielerlebnis auf diese Weise durchaus auflockern hätten können. Das Potential dazu ist da: Beim Aktivieren des Fluches, betritt man eine alternative (Höllen)version der Realität – Dass veränderte „Realitäten“ durchaus für kleine Rätseleien zu gebrauchen sind, haben anno dazumal schon die „Soul Reaver“-Titel bewiesen.

Da aber so was leider fehlt und die Spielmechanik nach wenigen Stunden nur noch einen müden Gähner hervorlocken kann, muss man sich  wohl oder übel auf die durchaus spannende Story konzentrieren. Doch offensichtlich sind die Entwickler nicht fertig geworden, denn anders ist es nicht zu erklären, warum The Cursed Crusade mit einem Cliffhanger endet und den Spieler mit etlichen Fragen und Ratlosigkeit auf dem Gesicht zurücklässt.

Zur schnell anödenden Spielmechanik hat The Cursed Crusade leider auch technisch nicht besonder viel in Petto. Angefangen bei der Tatsache, dass man bei jedem erneuten Start des Spiel den Sound neu justieren muss, kann die grafische Präsentation selbst für Konsolenverhältnisse bestenfalls als bieder bezeichnet werden, was sich in matischigen Texturen, schlechten Lichteffekten und den mauen, ausdruckslosen Gesichtsanimationen manifestiert.

Die Synchronstimmen sind zwar sehr gut gewählt, aber leider alles andere als lippensynchron, wodurch die Figur ab und an noch munter ein bis zwei Sekunden weiterredet, obwohl der Sprecher bereits aufgehört hat zu reden. Diese Faktoren kratzen zusammen mit der repetetiven Soundkulisse stellenweise deutlich an der sonst gut gelungenenen Atmosphäre des Spiels.

Die Tracks nämlich, die im Hintergrund laufen sind zwar sehr gut,  wiederholen sich allerdings viel zu oft, weshalb man sie bald eher als schlichtweg nervtötend empfindet, zumal sie auch außerhalb des Kampfes gespielt werden und stellenweise ungemein deplatziert wirken.

Fazit: Auch wenn es sich vielleicht so angehört haben mag, ist The Cursed Crusade grundsätzlich kein schlechtes Spiel. Man kann durchaus seinen Spaß mit dem Titel haben und vor allem die gelungene Geschichte motiviert zum Weiterspielen. Allerdings stechen abgesehen davon, keine wirklich nennenswert positiven Eigenschaften heraus, was  zusammen mit der durchwachsenen technischen Komponente des Spiels nicht allzu förderlich für den Titel ist. Vielmehr scheint  viel Potential durch eine allzu verfrühte Veröffentlichung einfach auf der Strecke geblieben zu sein. Ein bisschen mehr Feintuning in Sachen Technik, Spielmechanik (insbesondere der Balance) und in der Narration der Geschichte (der Cliffhanger zum Ende ist untragbar) hätten ein durchaus gutes Spiel aus The Cursed Crusade machen können. Wer besonders auf ein Mittelalter-Setting und Templer steht und technisch nicht ganz so anspruchsvoll ist, wird sicherlich Gefallen an The Cursed Crusade finden, unsichere Spieler hingegen sollten sich den Kauf allerdings gründlich überlegen.

 

Getestete Version

Xbox 360-Fassung (Promo Edition)

Sprachen

Englisch, Deutsch

Schnitte

Nein

Multiplayer und sonstiges

kooperativer Modus online- und lokal spielbar

 

 

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