Reviews

Published on Oktober 7th, 2012 | by Rostig

0

Uncharted 3: Drake´s Deception (Review und Kritik)

Uncharted 3: Drake´s Deception (Review und Kritik) Rostig
Grafik - 100%
Sound - 90%
Gameplay - 80%

Summary: Gut: Fantastische Präsentation; Packende Regie; Sympathische Figuren; Ausgewogene Mischung aus Rätsel,- Erkundung,- und Actionelementen; keine Ruckler oder Slowdowns; Abwechslungsreiche und pompös aussehende Locations; Intelligent designte Rätsel, angemessene Spielzeit von rund 10-12 Stunden; Umfangreiche Multiplayer-Modi; schneidige und flüssige Animationen Bad: ab und an störrische Steuerung; Übermächtige Stealth- und Nahkampfangriffe; Stellenweise zu automatisierter Spielablauf; Seltsam biederes Finale; keine großartigen Innovationen gegenüber dem Vorgänger

90%


User Rating: 5 (1 votes)

Indiana Jones ist zweifelsohne eine Kult-Figur der Pop-Kultur, die in den gängigen Kulturerzeugnissen in Form von Videospielen, Comics, Romanen und TV-Serien bereits ausgiebig rezipiert wurde. Und trotzdem wurde  ich mit dem abenteuerlustigen Herren und promovierten Archäologen, der bereits in vier Kinofilmen haarsträubende Abenteuer erleben durfte, nie so richtig warm. Ich weiß, ich werde mir die Missmut einiger Fans zuziehen, wenn ich erwähne, dass das nicht zuletzt an Harrison Ford (welchen ich im Grunde nur in dem exzellenten Blade Runner so richtig gut fand) und seinem grimmigen Altherren-Charme gelegen haben mag.  Seinen jüngeren Videospiel-Sohn  (nein, ich meine nicht seinen tatsächlichen Sohn Henry „Mudd“ Williams) hingegen, den wagemutigen Schatzsucher-Jüngling Nathan Drake, der die Hauptrolle in Naughty Dog’s PS3-exklusiver Uncharted-Reihe übernommen hat, find ich klasse:  Er ist jung, smart, gutaussehend, ein wenig durchgeknallt, hat Erfolg bei den Frauen und immer einen flotten Spruch auf den Lippen. Dieser Tage erst erschien der nunmehr dritte Teil von Uncharted, welcher den klangvollen Untertitel „Drake´s Deception“ trägt.

Naughy Dog stand unter dem monströsen Druck ein ohnehin schon hervorragendes Spiel noch weiter  zu verbessern – Konnte bereits Nathans Premiere beinahe durchgängig überzeugen, lieferte der direkte Vorgänger „Uncharted 2: Among Thieves“ ein Spielerlebnis, welches mit seinem grandios ausbalancierten Spieldesign und der extrem ansehnlichen Präsentation fix zur Referenz im aktuellen Action-Adventure-Genre wurde und dem bisherigen schwächelnden Platzpferd Tomb Raider den Rang ablief. Kann „Uncharted 3: Drake´s Deception“ also dem Ganzen noch die Krone aufsetzen? Diverse Teaser ließen zwar schon im Vorfeld Großes erahnen, aber das ist ja bekanntlich immer so eine zwiespältige Sache und muss nicht zwangsläufig dem finalen Spiel entsprechen. Aber allen Fans und potentiellen Käufern darf ich eine Entwarnung aussprechen: Tatsächlich setzt auch das dritte Uncharted die Messlatte wieder ein bisschen höher – Spielerisch wurde nicht viel verändert, die Settings und Locations sind vielfältig wie eh und je und sehen sogar noch einen Tacken hübscher aus, als bereits im wunderschönen Vorgänger. Aber der Reihe nach…

Personell ist wieder die Stammbesetzung mit an Bord: NathanSully, die dunkelhäutige „Schönheit“ Chloe Frazer, der kantige aber nicht minder sympathische Neuzugang Charlie Cutter und im späteren Verlauf des Abenteuers auch Love Interest-Elena Fisher  tummeln sich mal wieder an exotischen Schauplätzen dieser Erde, auf der Suche nach sagenumwobenen Reichtümern. Klar, dass die Konkurrenz da nicht ausbleibt – Dieses Mal bestehen die schießwütigen Finsterlinge aus der wohlhabenden Antagonistin Katherine Marlowe, ihrer rechten Hand Talbot und dessen Armee aus ominösen Anzug- und Krawattenträgern. Das Objekt der Begierde:  Iram, die Säulenstadt oder auch das Atlantis der Wüste, wie es alternativ genannt werden darf. Erschlossen wird jene mystische Stadt unter dem heißen Sand der Wüste Rub Al-Khali durch Nathans Ring, welcher der Vermutung nach seinem Vorfahren Sir  Francis Drake gehört hatte, und welchen er bereits seit dem ersten Teil um den Hals trägt.  Die waghalsige Odyssee, welche sich lose an den Erzählungen des britischen Archäologen und Geheimagenten T.E. Lawrence orientiert, führt die Gruppe nicht nur durch ein französische (Renaisance?-) Schloss, welches alsbald von den Flammen gefressen wird, sondern auch  nach Syrien. Unter anderem darf man sich auch auf einem vermeintlich verlassenen Schiffsfriedhof mit fiesen Seeräubern prügeln, was schlussendlich in einer halsbrecherischen Hetzjagd auf der offenen, rauen See mündet. Last but not Least muss sich Nathan Drake auch noch durch die unwirtliche und menschenfeindliche Wüste schlagen. Der sonst so schlagkräftige Draufgänger wird dieses Mal so nah an seine (psychischen) Grenzen getrieben, wie noch nie zuvor und offenbart dabei erstmals so etwas wie seine verletzliche Seite. Zugegeben, die Geschichte ist nicht sonderlich neu oder originell – Wenn etwa just ein wichtiges Schlüsselelement aus einer verborgenen Tempelanlage geborgen wurde und unmittelbar danach die Bösewichter mit erhobenen Knarren in die Jubelszenerie reinplatzen und die Herausgabe des entsprechenden Stückes fordern, dann ist das nicht unbedingt großartig anspruchsvolles Arthouse-Kino – Stattdessen haben wir einen großartig inszenierten, stimmungsvollen und perfekt choreografierten Action-Blockbuster vorliegen, der durchgängig spannend bleibt und mit liebevoll ausgearbeiteten Charakteren aufwarten kann, die zwar allesamt die gängigen Klischees des Abenteuerfilmes bedienen, aber trotzdem sympathisch rüberkommen.  Locationtechnisch bietet Uncharted 3: Drake´s Deception eine Vielfalt und Pracht, an die momentan kein anderes Action-Adventure heranreichen kann.

[youtube id="zN3rj6YemkI" width="600" height="350"]

Der herausragenden und abwechslungsreichen Präsentation steht ein ebenso feiner Genrekompott gegenüber, der auf eine wohltemperierte Mischung aus ((ent)spannender) Erkundung mit Klettereinlagen,  sowie Nah- und Fernkampfaction setzt.  Und direkt zu Beginn des Spiels geht es schon ans Eingemachte und man wird in eine waschechte, stilsichere Londoner Kneipenschlägerei reingeworfen. In der rund zehnminütigen Prügelsequenz werden kleine Detailveränderungen hinsichtlich der Nahkampf-Spielmechanik spürbar –So ist mittlerweile lediglich ein Knopf für den Faustangriff notwendig, gekontert werden gegnerische Übergriffe mit einem kurzen Semi-QTE. Zwar sieht die direkte Konfrontation meistens schön brachial aus und bringt die nötige Intensität mit, dafür bekommt man aber allzu oft den Eindruck, dass das simple Handgemenge nahezu automatisiert und ohne nennenswerten Beitrag des Spielers abläuft. Zudem ist die optionale Keilerei definitiv zu mächtig – Es erfordert nur wenig Aufwand einen Gegner auf diese Weise zu Boden zu bringen, zumal man im Nahkampfmodus weniger anfällig für die Attacken anderer Gegner ist. Auch sind ein paar nette  Aktionsfeatures hinzugekommen – Schlägt man etwa einem Feind die Waffe aus der Hand, kann Nate diese in einer geschmeidigen Animation auffangen, den Gegner auf Distanz halten und ihn anschließend unschädlich machen. Eine zweite Möglichkeit eine solche Aktion einzuleiten besteht darin, eine Granate am Gürtelbund des Widersachers zu aktivieren um sich seiner so zu entledigen. Selbst die Komboanzeige, die im Vorgänger noch auf dem Bildschirm eingeblendet wurde, ist nun passé. Insofern macht der Nahkampf zwar Spaß und ist durchaus hübsch anzusehen, erinnert aber vielmehr an ein schnödes Reaktionsspielchen, welches sich seltsam schwammig anfühlt.

Unmittelbar nach dem denkbar kurzen Aufenthalt im nächtlichen London geht es auf einen Abstecher in Nathans Vergangenheit, ins kolumbianische Cartagena und hier offenbart das Spiel seine wahre Stärke:  Nicht nur greift Naughty Dog hier auf das stilistische Mittel des Flashbacks zurück, wie es üblicherweise im Kino verwendet wird, nein, es macht einfach Spaß sich gemächlich an den malerischen Kulissen der sonnendurchfluteten Gassen der karibischen Großstadt sattzusehen, während die Geschichte in solchen Momenten beinahe bedächtig erzählt wird. Es bedarf also nicht immer fulminanter Schusswechsel und großflächiger Explosionen um den Spieler bei der Stange zu halten und nicht zuletzt erinnert der Besuch Cartagenas angenehm an den ebenso stillen wie intensiven Aufenthalt in dem tibetischen Dorf aus dem Vorgänger. Zudem wird die Beziehung zwischen Drake und Sully erschlossen und vertieft: Dass Nathan eine enge Freundschaft mit seinem Mentor Victor Sullivan verbindet ist bekannt, erstmals werden aber auch die Umstände näher beleuchtet, unter welchen diese Freundschaft überhaupt gedeihen konnte.

Wenn also der jugendliche Nathan Drake durch ein nautisches Museum schlendert, mit der eigentlichen Absicht ein bestimmtes Artefakt aus dem einstigen Besitz des werten Sir Francis Drake zu entwenden, vermittelt die wunderbar ausgestaltete Szenerie nicht selten den Eindruck eines naturalistisch-interaktiven Gemäldes.  Zudem wird an dieser Stelle erstmals in abgespeckter Form die Rätselkomponente des Spiels eingeführt – Das Notizbuch, welches der junge Drake auch später noch stets bei sich trägt, ist gefüllt mit akribisch zusammengestellten Informationen, welche den Gegenstand betreffen. Mit dem Steuerkreuz kann man näher reinzoomen und muss nun die relevanten Objekte in den vielen gläsernen Schaukästen ausfindig machen, in denen sich allerlei Dinge aus der Zeit des Kolonialismus befinden. Nicht nur hier wurde unglaublich genau gearbeitet:

Jede Blume, jeder gut gefüllte Obststand auf den dicht besiedelten Straßen Cartagenas wirkt absolut homogen und stimmig – Man merkt, dass Naughty Dog zu jedem Zeitpunkt mit viel Liebe fürs Detail gearbeitet hat und das beste:  Wow-Momente ziehen sich, ob nun in Syrien oder aber der unwirtlichen, aber unglaublich dynamisch wirkenden Rub al-Khali Wüste, über die ganzen 22 Kapitel hinweg.  Übrigens fungiert dieser kleine Rückblick auch als eine Art Tutorial-Level, in welchem die Schleich- und Deckungsmechanik vorgestellt wird, die vor allem im späteren Verlauf erstaunlich hilfreich sein kann.

Denn so manchem vorschnellen Tod durch eine wilde Schießerei kann man präventiv begegnen, indem man subtil vorgeht und das Sam Fisher’sche Schleichelement (welches natürlich nicht so ausgefeilt ist, wie bei reinrassiger Stealth-Action) gekonnt nutzt, um Gegner auszuschalten. Sobald man sich von hinten an den Gegner in adäquater Entfernung angenähert hat, reicht ein einfacher Knopfdruck, und schon schlummert dieser seinen Schlaf der Gerechten. Allerdings bemängele ich auch hier die übermächtige Wirkung – Denn es erfordert eben nur wenig Mühe, um Gegner auf diese Weise reihenweise zu eliminieren, zumal die Gegenspieler nicht auf außer Gefecht gesetzte Mitstreiter reagieren. Andererseits wirkt die Steuerung ab und an ein wenig störrisch, sodass das gewollte Stealth-Manöver nicht selten eben doch im harten Schusswechsel mündet.

In diesem Fall stehen Drake die üblichen Ballermänner zur Verfügung, die auch schon im Vorgänger genutzt werden konnten: Maschinengewehre, Pistolen, Granaten, Schrotflinten, Präzisionsgewehre oder gar Raketenwerfer in diversen Variationen werden geboten, um die manchmal gepanzerten Gegner ins Nirwana zu befördern. Auch hier wurde das Scharmützel mit kleinen Detailverbesserungen variantenreicher gestaltet, so ist es etwa möglich, Granaten in einem bestimmten Zeitkorridor zurückzuwerfen oder in bestimmten Sequenzen die Umgebung gezielt zu zerstören, um etwa Plattformen mit Gegnern zum Einsturz zu bringen und das Blatt zu seinen Gunsten zu wenden.

Die KI der Gegner ist dabei nicht überragend, aber wenigstens in dem Maße solide, als dass sie auf „normalem Schwierigkeitsgrad“ nicht als strunzdummes Kanonenfutter herhalten müssen. Zudem sind sie mittlerweile auch in der Lage, Drake auf erhöhte Plattformen zu folgen, ihn zu flankieren, einzukesseln und falls notwendig, die Deckung zu wechseln. Wie schon erwähnt, kann grundlegend zwischen zwei Gegnertypen unterschieden werden: Während der Standard-Gegner nach wenigen Schuss zu Boden geht, kostet ein gepanzerter Gegner schon mal gut und gerne ein ganzes Magazin.

[ACHTUNG SPOILER]

Wer im Übrigen auf so etwas wie einen besonders anspruchsvollen Endkampf hofft, wird enttäuscht. Musste man sich im Erstling dem Fiesling Atoq Navarro in einem zähen Endkampf stellen und in „Among Thieves“ dem mutierten Leutnant Lazarovic ein Ende bereiten, wird der Showdown bei Uncharted 3 allenfalls von einer sentimentalen Cut-Scene getragen, die in einem schnell endenden Zweikampf gegen den ohnehin farblosen Talbot endet. Grundsätzlich ist das gar nicht so schlimm, aber im Verhältnis zum Rest betrachtet, ist es ein ungewöhnlich braves Ende.

[SPOILER ENDE]

Einen nicht unerheblichen Teil des Spieles verbringt ja mit Klettern – Jenes gleicht weitestgehend den Vorgängern, sieht nach wie vor spektakulär aus, hat aber im Grunde vielmehr so etwas wie einen meditativen Kern, der zum Entspannen einlädt. Gut, die Kletterrouten sind farblich nicht mehr ganz so penetrant markiert, wie in den Vorgängern, aber nach wie vor  gut sichtbar. Eine taktisches Einsatzfeld bekommen die Kraxeleien allenfalls im Schiffsfriedhof-Level, wo man gezielt wechselseitig klettern und tauchen muss, um aus dem Sicht- und Schussfeld der Gegnerwellen zu entkommen, was aufgrund der seltsamen Gegner-KI in diesem Level recht schwierig sein dürfte.

Wenn man nicht klettert und schießt, dann rätselt man in „Uncharted 3: Drake´s Deception“: Und obschon die Rätsel keinen Stephen Hawking’schen IQ verlangen, sind sie durchgehend intelligent designt und strotzen zeitweilig von überbordender Kreativität. In jenen ruhigen Passagen schöpft Uncharted 3 seine ganze suggestive Kraft aus, wenn man vor schier atemberaubenden Kulissen an mächtigen Apparaturen und sagenumwobenen Artefakten herumhantiert. Sollten die Rätsel zu knifflig sein, steht ein optionaler Hinweisgeber zur Verfügung, der ein paar wertvolle Tipps einstreut. In der Regel sind die Knobelaufgaben aber so konzipiert, dass man nicht gezwungen wird, zum Lösungsbuch zu greifen. Apropos Artefakte, wie bereits in den Vorgängern sind auch in Uncharted 3 wieder 80 Schätze verteilt, mit denen man die Spielzeit, die im Normalfall etwa zehn Stunden beträgt, ein wenig hinauszögern kann. Schade ist zwar, dass diese Gegenstände keinen richtigen Bezug zur eigentlichen Geschichte haben, aber es wirkt zumindest nicht willkürlich und aufgesetzt wie zuletzt in der Marvel-Versoftung Captain America: Super Soldier.

Diese zentralen Spielelemente und ihr ausgewogener Einsatz sind Timing mäßig jedenfalls so perfekt aufeinander abgestimmt, dass Uncharted 3 trotz der genannten Defizite zu keinem Zeitpunkt langatmig oder gar routiniert wirkt. Über die ganze Spielzeit hinweg, bleibt die Spannungskurve auf einem beständig hohen Level. Da haben die Gameplaydesigner von Naughty Dog jedenfalls ebenso ein Händchen für, wie die Drehbuchschreiber das nötige Gespür für ein cineastisches Blockbuster-Abenteuer haben:

Deftige Action, knackige One-Liner

Die rasant erzählte Geschichte punktet mit deftigen Actionszenen, fantastischen Helden und knackigen One-Linern. Wenn man auf den historischen Spuren von Sir Francis Drake, nach seiner mysteriösen sechsmonatigen Expedition von Großbritannien in das kontinentale Südostasien im Auftrag der Majestät, wandelt, fragt man sich als Spieler unweigerlich, welche Faktoren für diesen Umstand maßgeblich waren. Und was hat es mit dem von T.C. Lawrence geprägten Begriff des „Atlantis der Wüste“ auf sich? Das sind Fragen, die potentiell ermüden könnten, von Uncharted aber höchst spannend inszeniert werden. Nicht zuletzt werden die Charaktere dieses Mal noch ein wenig schärfer umrissen, als es bisher der Fall war. So wird tiefer in die Persönlichkeitsstruktur der Protagonisten eingedrungen und die sonst so vehement der Coolness geopferten Ängste offenbart.

Im Drogenrausch wird Nate etwa von Verlustängsten geplagt – Die Ungewissheit, ob Sully in ihm doch nicht nur ein gewisses Exploitationsobjekt sieht, dessen man sich entledigen kann, wenn die „Kuh ausgemolken“ ist, wie man so schön sagt. Doch auch seine Anachrophobie wird zeitweilig dokumentiert, wenn in eben diesen halluzinierenden Sequenzen ein Schar von kleinen Spinnen ihn zu überwältigen droht. Auch Charlie Cutter werden auf diese Weise neue Facetten hinzugefügt: Er, das coole Schwergewicht, das sich aber eben doch in engen Räumen fürchtet. Und ansonsten gibt es schlussendlich für die Popcornkinoenthusiasten eben doch noch die ganzen „Bumms!“ und „Krawumms“ in Form von Explosionen, an Klippen zerschellenden Fahrzeugen, untergehenden Kreuzfahrtschiffen und in der Wüste abstürzenden Flugzeugen. Das alles klingt nicht nur unglaublich episch, es sieht auch fantastisch aus und wurde nahezu perfekt vertont. Der Score wirkt kinoreif und sorgt mehrfach für Gänsehaut: Geht es etwa heftiger zur Sache, bringt das Orchester die entsprechende Dramatik und die nötige Intensität, stehen die Protagonisten vor etwas Neuem vermittelt die Musik auch hier den aufbrechenden Charakter. Auch die deutsche Synchronisation ist über alle Maßen erhaben, wirkt immer passend und überaus professionell, wenngleich etwa die englische Stimme eines Charlie Cutter im O-Ton noch einen Tacken authentischer ausfällt.

Auch gemeinsam gut

Zu guter Letzt will ich noch ein paar Worte zum Multiplayer-Modus verlieren: Dieser hatte in Uncharted 2 seine Premiere und wurde im dritten Teil deutlich in seinem Umfang erweitert.  Grundsätzlich gibt es abseits der Standard-Modi (Team)-Death Match und Capture the Flag (unter anderer Etikette) auch den „Team Objective“-Modus, in welchem man teamweise bestimmte Quests erledigen muss. Der individuell gestaltbare und levelbare Charakter kann durch erspielbare Booster-Packs neue Fähigkeiten erlangen, ebenso können durch Medaillen bestimmte Fertigkeiten oder Aktionen aktiviert werden. Naturgemäß gibt es auch eine In-Game Währung, mit welchen sich neue Waffen und Modifikationen erwerben lassen. Grundsätzlich kann gesagt werden, dass der Mehrspielerpart von Uncharted 3 ziemlich spaßig ist und sich von seinen großen Kollegen nicht zu verstecken braucht. Allerdings gab es zum Testzeitpunkt oftmals einen Mangel an gewillten Mitstreitern, was bei einem so Singleplayer-fokussierten Spiel aber nur bedingt als Manko angekreidet werden darf.

Was will man Uncharted 3 im Endeffekt überhaupt großartig ankreiden? Wenn man ein penibler Zeitgenosse ist, dann doch allerhöchstens, dass es eben nur das gleiche bietet, wie schon  der Vorgänger. Aber hey, es ist größer, schöner und opulenter und genau das ist es, was man bei einer echten Fortsetzung erwartet.

Fazit:  Uncharted 3: Drake´s Deception ist ein Brett von einem Spiel – Ein zehnstündiges Abenteuer, welches einen in jeder Hinsicht mitreißt. Abseits der unglaublich dichten, spannenden und temporeichen Inszenierung bietet das Spiel eine packende Mischung aus Erkundung,- Kletter,- und Rätsel,-Nahkampf,- und Ballereinlagen, die so durchdacht ist, wie in derzeit keinem anderen Action-Adventure auf dem Markt. Sicher, Uncharted 3 erfindet das Rad nicht neu und die Veränderungen sind im Vergleich zum Vorgänger nur marginal, aber das Gesamtbild aus stimmigen Gameplay und fantastischer, artdesigntechnisch einwandfreier Präsentation ist einfach über alle Maßen erhaben. Und hat man sich an der furiosen, intensiven Kampagne erst sattgespielt, wartet ein mindestens ebenso guter Multiplayer inkl. Offline- und Online-Kooperationsmodus bereit. Ein rundum gelungenes Spiel also, das man gespielt haben sollte.

Getestete Version

Playstation 3 Promo Fassung

Sprachen

Multilingual – Diverse Sprachen neben Englisch und Deutsch

Schnitte

Nein

Multiplayer

Ja, Online oder im Netzwerk bis zu zehn Spielern, inkl. Offline-Splitscreen für bis zu drei Spieler.

sonstige

Für den Multiplayer-Modus ist ein gültiger, accountgebundener Network-Pass notwendig.

Der Code liegt bei.

 

 

Tags: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,


About the Author



Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

Back to Top ↑