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Published on Dezember 17th, 2012 | by Özkan Isik

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Dark Souls (Review und Kritik)

Dark Souls (Review und Kritik) Özkan Isik
Grafik/Atmosphäre
Gameplay
Umfang

Summary: Fordernde Rollenspielaction vom Feinsten

4.7


User Rating: 3.3 (8 votes)

Vor etwas mehr als einer Woche hat Publisher Namco Bandai und das Entwicklerteam von FROM Software das kommende Dark Souls 2 im Rahmen der diesjährigen Video Game Awards angekündigt, auch wurde in diesem Kontext ein erster Trailer präsentiert, welchen ihr euch nachfolgend auch ansehen könnt. Für uns hingegen ist die Ankündigung Anlass genug, nochmal einen intensiven (und unvoreingenommenen) Blick auf den ebenso grandiosen Erstling zu werfen, der von seiner monumentalen und urwüchsigen Faszination nach wie vor nichts eingebüßt hat. Willkommen in der Welt von Dark Souls, wo der Tod dein ständiger Begleiter ist.



Dark Souls, ein Spiel sie zu knechten. Man hatte mich vor dem hohen Schwierigkeitsgrad dieses Rollenspiels  gewarnt, doch ich wollte einfach nicht hören. Die Neugier überwog, verwandelte sich immer mehr in eine Mischung aus Frust und Faszination und kristallisiert sich langsam zu einer innigen Hassliebe heraus.  Lasst mich nun versuchen zu erklären, wie meine Gefühle für das Spiel zustande kamen.

Fangen wir am Anfang an. Ihr bastelt euch euren Charakter: Sucht einen schmissigen Namen aus, definiert euer Geschlecht und Abstammung sowie die Klasse, als die ihr euer Abenteuer beginnen wollt. Zudem gibt es als kleinen Bonus noch eine auswählbare Gabe, wobei es sich um Gegenstände handelt, die mehr oder weniger nützlich sein können. Und dieser Held wir nun in die trostlose Welt von Dark Souls geworfen.

Gegen Ende des Zeitalters des Feuers, dem Zeitalter nach der Vernichtung der Drachen und die glorreiche Epoche der Menschheit, werden sämtliche Untoten nach Norden gebracht, wo sie auf das Ende der Welt warten sollen. Sie klammern sich an den letzten Rest Menschlichkeit der ihnen noch geblieben ist und versuchen nicht zu Hüllen ihrer selbst zu werden.

Ach ja, euer Held ist untot. Ihr findet euch in einem Zellentrakt wieder, wo ihr zusammen mit anderen Untoten eingepfercht wurdet. Doch zum Glück seid ihr ja der Protagonist und so kommt es, dass ein zunächst noch unbekannter Ritter eine Leiche durch eine Deckenöffnung in eure Zelle fallen lässt, die den Schlüssel bei sich hat, der eure Gittertür zu öffnen vermag. Stück für Stück macht ihr euch nun mit der Steuerung vertraut und sucht eure Ausrüstung zusammen, bis ihr auf einmal euren Retter schwer verwundet in einer Ecke wieder findet. Er vertraut euch seine Aufgabe an, die Untoten von ihrem Fluch zu befreien und übergibt euch den wichtigsten Gegenstand des ganzen Spiels. Das Estus Flakton ist eine Art Heiltrank, der mit Aufladungen versehen ist und euch so mehrere Heilungen gewährt, die ihr auch dringend brauchen werdet. Da ihr nun offiziell der Auserwählte seid müsst ihr so schnell wie möglich das Untoten Gefängnis verlassen und die Stadt der Untoten aufsuchen, wo euer Abenteuer erst so richtig beginnt.

Was bietet Dark Souls?

Einiges. Wo fang ich an? Mit der Welt? Ja, mit der Welt. Die Welt ist unglaublich atmosphärisch. Neben der wunderschönen Grafik sorgt unter anderem der mittelalterliche Sprachstil der NPCs dafür, dass man sich wirklich wie in einer anderen Welt fühlt. Anfangs kommt einem Dark Souls eventuell noch etwas gradlinig vor, was aber schnell verloren geht, wenn man sich richtig umschaut, denn das Level Design ist ziemlich gut durchdacht. Man kann stundenlang durch die Gegend rennen, eine versteckte Tür öffnen oder eine Leiter runter lassen und findet sich an einem Punkt wieder, den man vor geraumer Zeit schon erreicht habt. Dadurch könnt ihr euch schnell durch die nicht gerade kleine Welt bewegen. Außerdem bietet sie unzählige Geheimnisse, Nischen, falsche Wände und natürlich viele einzigartige Gegenstände.

Dark Souls bietet euch Seelen,  die spielimmanente Währung in Dark Souls. Ihr braucht sie für fast alles, sei es das Steigern von Eigenschaften, Erlernen von Zaubern, Einkaufen beim Händler eures Vertrauens oder das Reparieren von Ausrüstung. Neben Seelen stehen Untote total auf Menschlichkeit, sie ist auch als eine Art Währung zu betrachten nur um einiges seltener als Seelen. Verfügt der Held über Menschlichkeit steigert dies passiv die Dropchance von Gegenständen. Er kann die Aufladungen seines Estus Flaktons erhöhen, seine Menschliche Gestalt wieder erlangen oder sie zu Gunsten eurer Gottheit opfern. Doch Vorsicht! Solltet ihr das Zeitliche segnen hinterlasst ihr all eure Seelen und Menschlichkeit am Ort eures Ablebens. Scheitert ihr beim Versuch sie zurück zu holen sind sie für immer verloren.

Kommen wir zu den Widersachern, denen ihr auf eurer beschwerlichen Reise begegnen werdet. Es sei gesagt, davon gibt es nicht unbedingt wenige.  Und jedem ist es eine Freude, euch an eure Sterblichkeit zu erinnern. Selten habe ich erlebt, dass man schon zu Beginn des Spiels so hart auf die Fresse bekommt wie in Dark Souls. Zwar gewöhnt man sich nach einiger Zeit an das Kampf- und Bewegungsverhalten der verschiedenen Gegnertypen,  dennoch wird jede Unachtsamkeit nicht selten mit dem Leben bezahlt.  Auch an Abwechslung mangelt es nicht, denn die Anzahl der verschiedenen Gegner ist beträchtlich, jeder mit seinen eigenen Eigenschaften, Kampfstilen und diversen hinterhältigen Tricks. Weshalb es ratsam ist, neuen Gegnern immer mit einem gewissen Respekt entgegenzutreten, bis man ungefähr weiß, wie sie ticken. Je weiter ihr im Spiel fortschreitet, desto böser, härter und abstrakter werden eure Peiniger, überlassen euch im Falle ihres Ablebens aber auch mehr Seelen. Neben den Standardviechern gibt es noch einzigartige Gegner, welche um einiges mächtiger sind und nicht selten Magie beherrschen. Doch sie zu besiegen lohnt sich, da sie allerlei nützliche Sachen dropen. Genauso einzigartig, nur um ein vielfaches härter, böser und gemeiner sind die Boss-Gegner. Wunderbar in Szene gesetzt tauchen sie meist nach dem Durchschreiten einer Nebelwand auf und zerkleinern den unvorbereiteten Helden schneller als ihm lieb ist. Umso atemberaubender ist der Moment in dem man realisiert, dass man die scheinbare Übermacht soeben ins Jenseits befördert hat.

Des weiteren beinhaltet Dark Souls einen Onlinemodus. Entscheidet man sich dafür das Spiel mit Internetverbindung zu starten, kann man diverse Objekte benutzen, die auf die Welten anderer Spieler zugreifen. Zum Beispiel kann man Nachrichten auf dem Boden hinterlassen, um andere Spieler auf Geheimnisse hinzuweisen, Tipps zur Bekämpfung harter Gegner geben oder versuchen sie Böswillig in die Irre zu führen. Wollt ihr aktiver in das Spiel anderer eingreifen könnt  ihr auch eine spezielle Markierung am Boden hinterlassen, die anderen Auserwählten anbietet diesen Levelabschnitt quasi im Koop zu Spielen. Seid ihr erfolgreich, wird es mit Menschlichkeit belohnt. Sollte Helfen nicht so euer Ding sein, könnt ihr auch versuchen jemanden zu überfallen und die Menschlichkeit aus ihm rauszuprügeln, doch sollte man immer mit entsprechenden Konsequenzen rechnen.

Erwähnenswert ist zuletzt noch der erfrischend hohe Schwierigkeitsgrad, welcher nicht allein auf die ungewöhnliche Härte der Gegner zurückzuführen ist. So erbarmungslos eure Gegner auch sind, die nicht davor zurückschrecken,  euch für jeden Fehler, jede Unachtsamkeit teuer bezahlen zu lassen, so avanciert im Verlauf des Spieles vielmehr das anspruchsvolle Leveldesign, die fallengespickte Umgebung selbst zum tödlichen Feind. Man findet sich immer wieder in den unmöglichsten Situationen wieder. Mal balanciert man in schwindelerregender Höhe über einen Balken, während Klingenpendeln ausgewichen wird  und man von einem Schlangenmagier bezaubert wird, ein andermal  geht es darum in einem von giftigen Ratten und anderer albtraumhafter Wesen verseuchtem Labyrinth die Orientierung zu behalten.

FazitDark Souls fordert und das nicht zu knapp, schafft es aber dennoch einen langfristig bei der Stange zu halten, was nicht zuletzt an der stimmungsvollen Spielewelt liegt. Aber Dark Souls schöpft seinen Reiz aus einem weiteren  wesentlichen Punkt: Fairness – Jeden Tod, den man stirbt, hat nicht das Spiel selbst zu verantworten: Es liegt am Spieler und seiner Unachtsamkeit – Ein draufgängerisches Drauflosstürmen wird hier nicht belohnt: Stattdessen will jeder Schritt und jede Bewegung mit Bedacht gewählt sein – Und all die Tode die man stirbt, entfachen einen Lern- und Reflektionsprozess, sodass man, wenn man den Bossgegner nach ca. zwanzig qualvollen Sterbesequenzen ausgiebig studiert hat, eine tiefes Gefühl der Befriedigung in sich verspürt, wenn das Ungetüm endlich regungslos am Boden verharrt.  Auch die vielen Seitenwege motivieren dazu, alles in diesem Spiel entdecken zu wollen, da schaut man gerne über die unzähligen Tode hinweg, denen man im Verlauf des Spiels erliegt. Man darf gespannt sein, ob die zugänglichere und actionfokussierte Spielmechanik, welche für Dark Souls 2 angekündigt wurde, zu Lasten der geheimnisvollen und raubeinigen Aura geht, welche sowohl das vorliegende Machwerk als auch den Quasi-Vorgänger Demon´s Soul umgeben.

 

Getestete Version

Playstation 3, Promofassung

Sprachen

Englische Synchronisation, deutsche Untertitel und Bildschirmtexte

Schnitte

Nein

Multiplayer und sonstiges

partielle PVP- und Koop-Features

 

Entwickler: From Software
Publisher: Namco Bandai
Offizielle Webseite
Release: Bereits erschienen
USK: 16

 

 

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