Der in Berlin ansässige Indie-Entwickler und mittlerweile auch Publisher, ByteRockers’ Games, wird das ambitionierte Cyberpunk Debüt NEO BERLIN 2087 von den Newcomern Elysium Game Studio 2028 weltweit veröffentlichen. Zuletzt war das Berliner Studio noch auf der Suche nach einem Publishing-Partner. Erscheinen wird das Spiel voraussichtlich für PlayStation 5, Xbox Series S|X sowie PC.
NEO BERLIN 2087 ist ein narratives Action-Rollenspiel, das im dystopischen Berlin des genannten Jahres 2087 spielt. Wir spielen den hochrangigen Detektiv Nolan des Neo Berlin Police Department, der im Falle eines Mordes am Polizeichef höchstselbst ermittelt und zugleich dessen vermisste Tochter Natalie finden muss, welche offenbar der Schlüssel zu einer weit verzweigten Verschwörung ist. Für die Ermittlungen machen wir uns futuristische Technologie und besondere Fähigkeiten zunutze.
Und zwar können wir die letzten Momente von Mordopfern nacherleben und rekonstruieren. Wir können in ihre Erinnerungen schlüpfen, die Vergangenheit Revue passieren lassen, und verlorengeglaubte Erinnerungsfragmente wiederherstellen, um wichtige Hinweise zu erlangen. Auch die politischen und sozialen Irrungen und Wirrungen des futuristischen Cyberpunk-Berlins spielen eine wichtige Rolle.
Doch neben der reinen Ermittlung gibt es auch weitere actionlastigere Spielmechaniken: So können wir in gefährlichen Situationen wahlweise in Stealth-Manier vorgehen und Gefahrenbereiche umschleichen, oder NEO BERLIN 2087 als Shooter deutlich schießwütiger oder mit Nahkampf-Elementen spielen. Hier setzt das Spiel auf einen Perspektivwechsel – je nach Vorgehensweise wird zur Third- oder First-Person-Ansicht gewechselt.
Klassische Tropen des Cyberpunk-Genres … mit besonderem Berlin Twist
Die Geschichte klingt zunächst sehr Noir-lastig und greift typische Tropen des Cyberpunk-Genres auf. Das Setting in Berlin spielen zu lassen, ist hierbei allerdings ein angenehmer Twist. Man will eine ernsthafte Geschichte erzählen, die sich um „Schuld, Liebe, Freundschaft, Aufopferung und Verrat“ dreht. Die Ermittlungsmechanik mit der Rekonstruktion der letzten Momente eines Opfer erinnert an den polnischen Cyberpunk-Krimi „Nobody Wants to Die“.
Aber auch darüber hinaus greift man Versatzstücke des Genres auf: Während die gut betuchte Oberschicht sich mit diversen Biotech-artigen Cyber-Verbesserungen das Leben leicht oder länger macht, stehen diese der ärmeren Bevölkerung nicht zur Verfügung. Die Reichen leben hinter einer neuen Version der Berliner Mauer, innerhalb einer streng geschützten Gated Community. Außerhalb der Mauern Berlins findet sich karge Ödnis, die durch fehlprogrammierte, feindlich gesonnene KI-Roboter hochgradig gefährlich ist. In den unwirtlichen Weiten sind bewohnte Siedlungen zu finden, in denen Gangs rivalisierender Fraktionen um die knappen Ressourcen kämpfen.
Besonderes Augenmerk für eine deutsche Produktion scheint auf die Technik gerichtet zu sein: Das Ding sieht beim Vorabmaterial brachial gut aus – Die Kombination aus Unreal Engine 5 und Metahuman-Technologie soll für fotorealistische Figuren sorgen. Optisch und atmosphärisch wolle man sich an Cyberpunk-Klassiker wie Blade Runner und Ghost in the Shell, aber auch an hochkarätigen Blockbuster-Videospielen wie The Last of Us und Metal Gear Solid orientieren.
Die Ambitionen setzen Zeit voraus – und die nimmt man sich. Ich bin ungemein gespannt, ob die hochgesteckten Ziele erreicht werden. Ich würde es mir wünschen: Das Spiel sieht visuell so gut aus, wie keine deutsche Produktion seit Crysis mehr.
