Nachdem die Psychological Horror-OG-Marke Silent Hill beinahe eine komplette Dekade brach lag und Konami mit Pachinko-Maschinen die eigene Legacy ausgebeutet hat, will der Traditionspublisher mit dem Franchise deutlich regelmäßiger zurückkehren. Wie das Branchenmagazin GamesRadar+ berichtet, verfolgt Konami das Ziel, künftig jedes Jahr ein neues Silent Hill-Spiel zu veröffentlichen. Das erklärte Silent Hill-Produzent Motoi Okamoto im Gespräch mit den Redakteurinnen und Redakteuren von GamesRadar+ auf der Gamescom 2026.
Dabei soll sich die Reihe bewusst nicht mehr nur auf das namensgebende Städtchen in den USA beschränken. Laut Okamoto könnten unterschiedliche Schauplätze und kulturelle Hintergründe dabei helfen, neue Geschichten zu erzählen und gleichzeitig Ermüdungserscheinungen bei den Spielerinnen und Spielern zu vermeiden. Entwicklerteams sollen zudem die Möglichkeit bekommen, Silent Hill an die jeweiligen Stärken ihrer eigenen Erzählweise und ihres bevorzugten Settings anzupassen.
Noch interessanter: Konami arbeitet laut Okamoto bereits an „vielen“ bislang unangekündigten Projekten. Konkrete Details wollte der Produzent naturgemäß nicht verraten. Er deutete jedoch an, dass die kommenden Spiele unterschiedliche Spielerfahrungen bieten sollen.
Gerade hier zeigt sich, wohin Konami die Marke offenbar entwickeln möchte: weg von einer einzelnen Formel und hin zu einem vielseitigen Horror-Universum, in dem unterschiedliche Studios und kreative Ansätze ihren Platz finden. Dass die großen neuen Silent Hill-Spiele der vergangenen Jahre von externen Entwicklerteams umgesetzt wurden, scheint dabei durchaus Teil der Strategie zu sein. So wurde das grandiose Remake von Teil 2 vom polnischen Bloober Team entwickelt, das in Japan spielende Silent Hill f hingegen vom Hong Konger Studio NeoBards Entertainment.
Silent Hill: Townfall macht aus unserer Sicht durchaus Hoffnung
Wir finden diesen Ansatz ziemlich spannend und das in Kürze erscheinende Silent Hill: Townfall ist für uns ein besonders gutes Beispiel dafür, warum diese Strategie funktionieren könnte. Das von den schottischen Screen Burn Studios (vormals No Code) entwickelte Spiel verlässt zahlreiche bekannte Pfade der Reihe: Es spielt auf der schottischen Insel St. Amelia, setzt erstmals in einem großen Silent Hill-Spiel auf eine Ego-Perspektive (voher gab es das nur im kleinen Teaser-Titel Silent Hill: The Short Message) und ersetzt das ikonische Radio durch einen tragbaren CRT-Fernseher.
Genau diese Bereitschaft, die Grundidee von Silent Hill auf neue Schauplätze, Perspektiven und Spielmechaniken zu übertragen, gefällt uns. Wenn Konami tatsächlich unterschiedliche Studios mit unterschiedlichen Visionen auf die Marke loslässt, könnte daraus langfristig eine angenehm unberechenbare Horror-Reihe entstehen.
Natürlich birgt ein jährlicher Veröffentlichungsrhythmus auch die Gefahr, dass eine Marke übersättigt und ihre Besonderheit verliert. Solange „mehr Silent Hill“ aber nicht einfach „mehr vom Gleichen“ bedeutet, sehen wir der Zukunft der Reihe ausgesprochen positiv entgegen. Gerade Townfall scheint den Weg einzuschlagen, den wir uns für Silent Hill wünschen: neue Ideen, neue Perspektiven und ein deutlich größeres Verständnis dafür, was die Marke jenseits ihrer klassischen Zutaten sein kann.
Silent Hill: Townfall erscheint am 24. September 2026 – eine Review für Couchheroes.de ist vorgesehen.
Zuletzt wurde ein langes Gameplay Video veröffentlicht, das ihr euch hier anschauen könnt:
Quelle: GamesRadar+ – „Konami wants Silent Hill to have an annual release of new games“
